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Soziale Empfehlungen bei Google – Opt-in oder Opt-out?

Google hat angekündigt, dass die Nutzungsbedinungen für die Google Dienste zum 11. November 2013 geändert werden. Es geht Google vor allem um einen Punkt in den Nutzungsbedingungen: Es wird erläutert, wie Name und Foto von Google-Nutzern in Google-Produkten erscheinen können. Es geht also unter anderem um die Anreicherung von Werbung mit sozialen Elementen. Das ist etwas, was wir von Facebook schon lange kennen  – bei Google ist es aber neu.

Eine Sache ist aber nicht klar: Handelt es sich um ein opt-in (sprich die Nutzer müssen es aktiv auswählen, wenn Sie das wollen) oder um ein opt-out (die Einstellung wäre zunächst für alle Nutzer aktiviert und müsste deaktiviert werden). Die Meldungen hierzu unterscheiden sich in Blogposts und anderen Beiträgen.

Soziale Werbung bei Google per opt-in oder opt-out?

Mir geht es zunächst nur um den Punkt der sozialen Empfehlungen. Jeder Nutzer kann in den entsprechenden Einstellungen für soziale Empfehlungen einstellen, ob er möchte, dass Name und Profilbild in sozialen Empfehlungen auftauchen – oder eben nicht.

Damit macht Google schon einmal eine Sache gut, die Facebook in einem Vergleich vor Gericht 20 Millionen Dollar kostete: Google gibt den Nutzern die Wahlmöglichkeit.

Was aber nicht klar ist: Ist die Einstellung standardmäßg aktiv und der Nutzer muss sie deaktivieren oder ist sie standardmäßig deaktiv und der Nutzer müsste sie aktivieren, wenn er es wünscht.

In der Meldung von Google wird nicht genau darauf eingegangen, ob es sich um opt-in oder opt-out handelt:

  • Zunächst erläutern wir, wie und in welchem Rahmen Ihr Profilname und Foto in Google-Produkten erscheinen kann, etwa in Erfahrungsberichten, Bewertungen, Werbung oder in anderen kommerziellen Kontexten.

    • Über die Einstellung Soziale Empfehlungen können Sie festlegen, ob Ihr Bild und Ihr Name in Anzeigen erscheinen soll.

In den sozialen Netzwerken und in verschiedenen Blogs gibt es widersprüchliche Mitteilungen darüber. Bei mir war der Haken definitiv standardmäßig nicht aktiviert. Ich müsste die Funktion also aktivieren. Viele Blogbeiträge schreiben auch von einem opt-in (also das die Funktion standardmäßig deaktiviert sei). Zum Beispiel: de lege data, 120sekunden (Martin Geisler hatte zunächst von einem opt-out geschrieben und es später geändert) und Golem.de

Wieder andere sprechen davon, dass man die Funktion deaktivieren müsse. Zum Beispiel: Annette Schwindt, caschy und Olaf Kolbrück.

Google Einstellungen soziale Empfehlungen

Bei caschy gab es in den Kommentaren die Vermutung, dass es opt-out sei, wenn man in den Anzeigen-Einstellungen die personalisierte Werbung deaktiviert hätte. Diese Vermutung dürfte nicht zutreffen:  Bei mir ist die interessenbezogene Werbung aktiviert.

Ich habe die Google Pressestelle eben einmal angeschrieben und gefragt, was die offizielle Aussage hierzu sei. Wenn ich eine Antwort erhalte, werde ich natürlich darüber berichten.

So lange könnt Ihr in den Kommentaren ja schon mal angeben, ob bei Euch die Funktion aktiviert war/ist oder nicht.

Das Ziel ist klar: Die Werbung soll sozialer werden

Das Ziel, das Google mir dieser Änderung verfolgt ist klar: Die Werbung – auch in der Google Suche – soll mit sozialen Informationen angereichert werden. Am Ende verspricht sich Google davon eine höhere Klickrate und damit mehr Umsatz.

Erst gestern habe ich darüber geschrieben, dass Google die Informationen aus Google+-Funktionen viel wichtiger sind, als Aktivitäten im Google+-Stream. Diese Änderung der Nutzungsbedingungen sind für mich ein klarer Beweis dieser These.

Ob soziale Empfehlungen nachher wirklich eine große Auswirkung auf die Klickrate haben – ich weiß es nicht. Aber das ist zumindest das Ziel: Moderne Mundpropaganda im Netz statt auf der Straße.

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Autor: Nico Kirch

Hallo, mein Name ist Nico Kirch. Hier blogge ich über alles, was mich bewegt - vor allem über Social Media & Kommunikation. Mehr über mich findet Ihr hier. Ihr findet mich unter anderem auf Google+.