Sixt und die Reservierungen

Die Geschichte

Manche von Euch werden es vielleicht schon mitbekommen haben: Ich bin Ende März umgezogen. Da wir nicht so viele Sachen haben, haben wir uns einen Transporter bei Sixt gemietet reserviert und den Umzug mit Freunden gestemmt, anstatt ein Umzugs-Unternehmen zu beauftragen. Fünf Wochen vor dem Umzug habe ich bei Sixt online das Fahrzeug reserviert und habe, wie üblich, auch eine Bestätigung per Mail erhalten.

Für mich war die Sache damit klar: Am 31.03. würde ich morgens um 8:00 Uhr den Transporter bei der Sixt-Station abholen und abends wieder zurück bringen.
Aber 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Am 30.03. um 12:02 Uhr hatte ich eine Nachricht von einem Sixt-Mitarbeiter auf der Mobilbox. Er teilte mir mit, dass kein Fahrzeug für mich zur Verfügung gestellt werden könne. Weder hier, noch in den umliegenden Bundesländern seien Fahrzeuge verfügbar. Wenn ich Fragen hätte, könne ich gerne noch einmal anrufen.

Selbstverständlich habe ich noch einmal bei der Station angerufen. Neue Informationen gab es aber nicht. Er täte ihm Leid, er sei jetzt der Sündenbock, der die schlechte Nachricht überbringen müsse. Sixt könne mir kein Fahrzeug zur Verfügung stellen.

Ich habe mich also auf die Suche bei den anderen Autovermietern gemacht und bin zum Glück bei Hertz noch fündig geworden. Es gab zwar nur noch eine etwas kleinere Ausgabe. Das war aber immerhin besser, als gar kein Fahrzeug. Einen Umzug kann man ja schlecht verschieben… Bei Hertz hat auch alles super geklappt und ich bekam sogar auf der Webseite direkt angezeigt, dass die größere Ausgabe nicht verfügbar ist.

Natürlich war ich sauer auf Sixt. Ich habe dann auch gleich noch zwei Posts auf Facebook abgesetzt. Einen in meiner eigenen Chronik und einen auf der Sixt Facebook-Seite. Am 2. April um 18:37 Uhr, also im End-Effekt fast zwei Arbeitstage später gab es dann auch eine Antwort von Andrea aus dem Sixt Social Media-Team:

@Nico Kirch: Es tut mir sehr leid, dass Sie mit Sixt diese Unannehmlichkeiten erleben mussten. Es ist sehr in unserem Interesse bei nicht verfügbaren Fahrzeugen nach einer vergleichbaren Alternative zu suchen und Sie als Kunde zufrieden zu stellen. Deshalb würde ich dieses Feedback gerne an meine Kollegen in der Station weitergeben. Könnten Sie mir bitte die Station und Ihre Reservierungsnummer nennen, um die es sich handelt?
Vielen Dank und viele Grüße,
Andrea – Sixt Social Media

Ich habe dann noch einmal nachgefragt:

Hallo Andrea,
die Reservierungsnummer ist bzw. war 1117373323 und das Fahrzeug wurde bei der Station Frankfurt a.M. Höchst reserviert.

Ich hätte noch eine generelle Frage: Ist es bei Ihnen gängige Praxis, dass eine Reservierung zuerst bestätigt (4 Wochen vor dem Miettermin) und anschließend telefonisch 22 Stunden vor dem Beginn der Miete abgesagt wird? Bzw. gibt es offizielle Zahlen dazu, wie oft das geschieht?

Vielen Dank!

Hierauf gab es keine Antwort mehr.
Für mich ist der Fall klar: Sixt bietet hier einen grauenhaften Kundenservice. Wenn dieses Vorgehen bewehrte Praxis ist, läuft irgendetwas gewaltig schief bei Sixt.

Wie sieht es rechtlich aus?

Ich habe mir mittlerweile die Reservierungs-Bestätigung noch einmal genauer angesehen. Dort steht ein schöner Hinweis:

„Eine Reservierung ist für eine Fahrzeugklasse, nicht aber für ein bestimmtes Fahrzeug möglich.
Extras nach Verfügbarkeit. Die gewünschte Übergabezeit ist verbindlich (max. Kulanz 60 Minuten).
Holt der Mieter das Fahrzeug nicht innerhalb dieses Zeitraumes ab, kann eine Gebühr in Höhe von EUR 40,-/CHF 130,-/GBP 55,-
erhoben werden.“

Ich frage mich: Darf ich Sixt jetzt auch 40,- Euro in Rechnung stellen? Die Übergabe ist ja nun mal nach diesem Schreiben verbindlich. Sixt hat sich aber nicht daran gehalten, nicht einmal ein Ersatz-Fahrzeug einer kleineren Klasse angeboten…

Auch interessant finde ich den Auszug aus den AGB der Sixt GmbH & Co. Autovermietung KG:

„Inlands- und Auslandsreservierungen sind nur für Preisgruppen, nicht für Fahrzeugtypen verbindlich. Übernimmt der Mieter das
Fahrzeug nicht spätestens eine Stunde nach der vereinbarten Zeit, besteht keine Reservierungsbindung mehr.“

Wenn ich das richtig verstehe, ist die Reservierung für beide Seiten verbindlich.

Natürlich habe ich mir jetzt nicht die gesamten AGB durchgelesen.
Für mich stellt sich aber auf jeden Fall die Frage: Warum informiert Sixt mich nicht bei der Reservierung direkt, dass es sein kann, dass ich kein Fahrzeug bekomme?

Wie die Geschichte rechtlich tatsächlich zu bewerten ist, müsste wohl ein Anwalt klären. Das scheint mir aber im Moment zu aufwändig.

Wie geht es weiter?

Das Fahrzeug habe ich ja nicht von Sixt bekommen. Ich habe es logischerweise auch nicht bezahlt, das passiert ja erst vor Ort. Trotzdem bin ich sauer auf Sixt und werde wohl bei meiner nächsten Mietwagen-Buchung nicht mehr auf Sixt zurück greifen.

Ich schicke den Link zu diesem Artikel auch noch einmal an die Sixt-Kundenbetreuung. Ich bin gespannt, ob ich eine Antwort erhalte.

Außerdem werde ich den Link mal an die Pressestellen der größeren Autovermietungen in Deutschland schicken mit einigen Fragen, wie das Vorgehen bei diesen geregelt ist. Ob die eine Anfrage eines Blogs beantworten? Ich lasse mich überraschen.

Und zu guter Letzt geht der Link auch noch an den Verbraucherzentrale Bundesverband als Presse-Anfrage. Mich interessiert, ob es zu diesem Thema schon einmal Beschwerden gab und ob die Verbraucherzentralen hier Betroffenen Hilfe anbieten.

Eure Meinung?

Mich interessiert natürlich auch Eure Meinung und Erfahrung:
Habt Ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen gesammelt?

Falls ja, mit welcher Autovermietung? Wie schätzt Ihr das Vorgehen von Sixt in diesem Fall ein?

Ich freue mich auf Eure Beiträge!

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