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Gedanken zu „Deutschlands Blogger“ – ein Projekt auf Facebook

Am Wochenende dürften viele Blogger eine Meldung auf Facebook erhalten haben à la „XY hat Dich zur Gruppe Deutschlands Blogger: ein Projekt hinzugefügt.“.

Bei mir war es am Sonntag auch soweit.

1.296 Mitglieder zählt die Gruppe mittlerweile (Stand 22.04., 07:29 Uhr). Das sind eine Menge Menschen. Erst recht, wenn man bedenkt, dass es die Gruppe erst seit gestern gibt.

Worum geht es eigentlich?

Die Gruppe wurde von dem sehr geschätzten Daniel Rehn gegründet. Es geht darum, dass Luca Hammer auf Basis einer Facebook-Gruppe die Verbindungen innerhalb der deutschen Blogosphäre visualisieren möchte.

Das hat Luca bereits für Österreich gemacht, was Daniel inspirierte, das Projekt auch für Deutschland zu starten.

Dabei werden die Verbindungen der Gruppenmitglieder untereinander auf Facebook visualisiert. Die Grundannahme ist: Die Vernetzung von Bloggern findet mittlerweile verstärkt auf Facebook statt. Das ist aber, wie Luca nicht müde wird zu betonen nur ein erster, weil einfach umzusetzender, Schritt.

Noch viel besser kann das Daniel selbst erklären.

Privatsphäre-Einstellungen und Opt-In…

Das die Gruppe so schnell wachsen konnte, hängt auch mit einer Eigenheit von offenen Facebook-Gruppen zusammen. Klickt ein bestehendes Mitglied der Gruppe auf „Personen zur Gruppe hinzufügen“, wird keine Einladung an die Person versendet. Sie wird direkt und ohne Zustimmung der Gruppe hinzugefügt.

Bei der Update-Geschwindigkeit der Grafik von gestern wäre ein neues Mitglied innerhalb weniger Stunden mit ihren/seinen Verbindungen auf der Grafik sichtbar. Und das ggf. ohne, das die betreffende Person etwas davon mitbekommen muss. Man stelle sich vor, eine hinzugefügte Person ist im Urlaub & lässt das Smartphone aus (oder hat kein Internet). Dann merkt die Person ggf. erst nach ein/zwei Wochen, was da los ist.

Dieses Vorgehen haben schon diverse Mitglieder bemängelt. Unter anderem Alexander Schnapper:

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Mich persönlich stört es erst einmal nicht. Ein Opt-In wäre natürlich schöner, z.B. über eine Facebook-App. Aber das wäre natürlich auch aufwendiger.

Privatsphäre-Einstellungen

Wenn ich die Systematik richtig verstanden habe, greift das verwendete Tool auf die öffentlichen Freundeslisten der Gruppenmitglieder zu.
D.h. nur von Personen, die ihre Freundeslisten öffentlich gemacht haben, werden die Verbindungen angezeigt.

Einen Haken hat die Sache aber noch: Soweit ich weiß, reicht es, wenn ein Teil der Verbindung seine Freundesliste öffentlich hat. D.h. Person A hat die Freundesliste verborgen, ist aber mit Person B, C, und D befreundet, die ebenfalls Mitglied der Gruppe sind. Diese Personen haben ihre Freundesliste auf „öffentlich“ gestellt. Dann würde Person A mit diesen drei Verbindungen in der Grafik auftauchen.

Dieses Vorgehen halte ich (wenn es denn der Realität entspricht) für nicht sehr glücklich. Wenn die eine Person offensichtlich nicht möchte, dass ihre Verbindungen nicht öffentlich sind, sollte das auch respektiert werden. Das ist aber wieder ein Problem von Facebook. Dort kommen die Daten ja schließlich her.

Fazit

Ich finde die Visualisierung durchaus spannend. Auch wenn noch viele Denkfehler und Unzulänglichkeiten enthalten sind, ich finde es spannend. Und die Probleme sind ja auch bei den Machern bekannt. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Zu den oben beschriebenen Aspekten: Auch diese Probleme sind den Machern ja durchaus bewusst. Vielleicht findet sich ja irgendwann eine Lösung, die das ganze als Opt-In umsetzt. Im Moment ist das nur ein Spaß/Wochenendprojekt und das sollte man nicht außer Acht lassen.

Vielleicht bietet die Gruppe aber ja noch ganz ungeahntes Potential für die Zusammenarbeit der Blogger in Deutschland. 🙂

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Autor: Nico Kirch

Hallo, mein Name ist Nico Kirch. Hier blogge ich über alles, was mich bewegt - vor allem über Social Media & Kommunikation. Mehr über mich findet Ihr hier. Ihr findet mich unter anderem auf Google+.