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Die Rolle des Markenbotschafters im Social Web

Schweizer Botschaft

Ich habe während meines Studiums gelernt, dass eine Marke platt gesprochen alles ist, was ein Bild in den Köpfen von Menschen erzeugt. Dieses Bild kann über vieles erzeugt werden: persönliche Erfahrungen mit der Marke, Erzählungen, Werbung etc.

In den letzten Monaten ist mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf gegangen, den mein Kollege Robindro Ullah schon im November letzten Jahres auf seinem Blog angesprochen hat:

Wenn man es aber genau nimmt, wird man Markenbotschafter in dem Moment, in dem man seinen Arbeitsvertrag unterzeichnet. Man berichtet Freunden und Bekannten von dem neuen Arbeitgeber, die Familie ist auch informiert.

Der Gedanke, der sicherlich nicht nur mir gekommen ist: Durch Social Media bekommt das ganze noch eine andere Dimension. Robindro schreibt in seinem Post schon:

… Markenbotschafter in the social media way. Die Transparenz und Wahrnehmung ist doch eine andere.

War man früher ein Markenbotschafter im Kreise der Familie, der Freunde oder der Bekannten geht es heute noch weiter.
In sozialen Netzwerken, vor allem bei Twitter und Google+ ist man mit vielen Leuten verbunden, die man eventuell noch nie gesehen hat oder zumindest ohne diese Netzwerke nicht kennen würde.

Und auch in den Social Media ist man bzw. kann man Markenbotschafter sein. Das geschieht z.B. schon durch den Eintrag in der Bio. Oder man nimmt an Diskussionen teil, die sich um den Arbeitgeber drehen. Auch ich hatte solche Erlebnisse schon.
Besonders schön beschreibt das aber dieser Tweet:

Tweet von @mahrko zum Start von @db_bahn

Karsten (aka @sauerstoff) findet seinen Arbeitgeber “großartig“. Und das zeigt er auch in den Social Media. Z.B. indem er Reisenden, so gut er es kann, weiter hilft.

Aber das Ganze geht auch noch einfacher: Ein Tweet oder Share zu einem Link auf dem Blog oder der Webseite des eigenen Unternehmens kann auch schon eine Aussage sein. Es kann z.B. bedeuten: “Schaut her, das finde ich gut. Und ja, das ist mein Arbeitgeber.”

Ein gutes Beispiel ist für mich auch Charles D. Schmidt von der Krones AG. Die Krones AG würde ich ohne ihn und Social Media wahrscheinlich nicht einmal kennen. Auch so werde ich wohl nie eine Getränke-Abfüllanlage benötigen. Aber wer weiß, wohin sich mein Leben noch entwickelt.

Dieses Phänomen zeigt sich logischerweise bei Unternehmens-Inhabern noch stärker. Mirko Lange z.B., Chef von talkabout communications, hat es nicht nur in seiner Bio stehen. Er wählt sogar seine Namen bei Twitter und Google+ so, dass der Firmenname enthalten ist. Und das auch bei dem Twitter-Account, über den manchmal private Gespräche geführt werden.

Ein anderes Beispiel ist Klaus Eck. Für mich ist Klaus Eck der PR-Blogger und der PR-Blogger ist Klaus Eck. Dabei schreiben auf dem Blog deutlich mehr Leute. Und der PR-Blogger wiederum ist das Bindeglied zu der Firma von Klaus Eck, Eck Kommunikation.

Dabei muss man anmerken, dass dieses Verhalten bei Unternehmensinhabern noch deutlich logischer ist. Sie sind schließlich direkt vom Unternehmens-Erfolg abhängig, nicht wie ein Angestellter einer großen Firma.

Im zweiten Teil zu seinem “Leben als Markenbotschafter” spricht Robindro einen Punkt an, an den ich direkt gedacht hatte, als ich seinen ersten Post damals gelesen hatte. Das Leben als Markenbotschafter kann auch ein Risiko bergen (klingt tragischer, als es ist :-)) :

Ob es negativ oder positiv ist, dass mein Name so eng mit dem Unternehmen Deutsche Bahn im Netz verknüpft ist, kann ich heute noch nicht genau sagen. […] Wie das aussieht, sollte ich mal den Arbeitgeber wechseln wollen, kann ich noch nicht abschätzen.

Robindros Name ist eng mit dem DB-Konzern verknüpft. Er schreibt auf seinem Blog (auch) über die DB, twittert zur DB und schreibt auf Facebook über die DB etc. Ob ein neuer Arbeitgeber sich darüber freuen würde?

Meine Meinung ist: Er sollte sich sogar sehr freuen. Das Verhalten von Robindro und das vieler anderer Markenbotschafter zeigt Loyalität gegenüber seinem Arbeitgeber. Ein Wert, der für jeden Arbeitgeber wichtig ist.
Loyale Mitarbeiter können sich intrinsisch besser motivieren, setzen sich für das Unternehmen ein und sind auch in de Öffentlichkeit ein “Aushängeschild”. Da der Markenbotschafter (in diesem Beispiel Robindro) schon einmal Loyalität bewiesen hat, kann ein neuer Arbeitgeber davon ausgehen, dass der Angestellte auch gegenüber ihm loyal ist.

Wie seht ihr das? Ist jeder Mitarbeiter Markenbotschafter? Hat sich diese Rolle durch Social Media verstärkt? Und wie seht ihr das “Risiko” bei einem Arbeitgeberwechsel?

Wer es nicht weiß: Ich arbeite im DB Konzern. Dieser Artikel
spiegelt aber meine persönliche Meinung wieder.
Das zwei Beispiele aus dem DB Konzern kommen, ist rein zufällig.
Foto:CC BY-NC-SA 2.0 von hdzimmermann auf Flickr.
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Autor: Nico Kirch

Hallo, mein Name ist Nico Kirch. Hier blogge ich über alles, was mich bewegt - vor allem über Social Media & Kommunikation. Mehr über mich findet Ihr hier. Ihr findet mich unter anderem auf Google+.

  • http://www.evelinehauptkorn.de Eveline3112

    Ist doch bei Schauspielern

    • http://www.nicokirch.de Nico Kirch

      Du warst ja wirklich schnell mit Deinem Kommentar. :-) Du hast Recht, auch wenn man stolz auf einen Arbeitgeber ist, wird man wohl irgendwann einmal den Arbeitgeber wechseln.

      Mir w

  • Mihai

    Ich finde deinen Eintrag sehr interessant und richtig. Aber der Titel passt aus meiner Sicht nicht zu deinem Post, denn dieser erweckt aus meiner Sicht den Anspruch auf Vollst

    • http://www.nicokirch.de Nico Kirch

      Hi Mihai,
      Du hast Recht, wenn Du schreibst, dass der Artikel nicht vollst

  • http://www.torschtl.de torschtl

    Wichtig f

    • http://www.nicokirch.de Nico Kirch

      Auch damit hast Du Recht. Kunden k

  • http://lex-blog.de Steve

    Ein sch

    • http://www.nicokirch.de Nico Kirch

      Klar ist der Artikel nicht vollst

  • http://www.ansteckend.com Enno Schummers

    Ich glaube nicht, dass sich das Bild eines Markenbotschafters durch das Social Web in irgendeiner Art ge

    • http://www.nicokirch.de Nico Kirch

      Das Bild vielleicht nicht. Aber der Markenbotschafter hat eine breitere

  • http://www.bendler-blog.de Sascha Stoltenow

    Roberts hat sich dazu auch schon mal ein paar Gedanken gemacht, die hier erg

    • http://www.nicokirch.de Nico Kirch

      Ja, Du hast Recht. Ich habe vorausgesetzt, dass der Arbeitnehmer Sender ist und die Mitmenschen dies auch von ihm erwarten. Jeder Mitarbeiter ist “Sender” f

  • http://personalmarketing2null.wordpress.com/ personalmarketing2null

    Hallo Nico,
    sehr interessanter Artikel.
    Was die Sache mit dem Markenbotschafter angeht, so sehe ich das

  • http://personalmarketing2null.wordpress.com/ personalmarketing2null

    … nicht erkannt muss es nat

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